Darf ein Pflegedienst Infusionen geben? Wer Infusionen verabreichen darf erklärt

15. September 2026

Immer wieder benötigen Menschen nach einer Operation, während einer Erkrankung oder im Rahmen einer langfristigen Therapie Infusionen. Dabei kommt schnell die Frage auf: darf ein Pflegedienst überhaupt Infusionen geben? Gerade bei der Versorgung zu Hause möchten Betroffene und Angehörige wissen, welche Leistungen ein ambulanter Pflegedienst übernehmen darf und welche nicht. Wir erklären, wer Infusionen verabreichen darf, ob ein Pflegedienst Infusionen anlegen darf und welche Voraussetzungen für eine sichere Durchführung erfüllt sein müssen.

Darf ein Pflegedienst Infusionen geben?

Grundsätzlich lautet die Antwort: Ja, unter bestimmten Voraussetzungen darf ein Pflegedienst Infusionen verabreichen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Leistung der Grundpflege, sondern um eine Maßnahme der sogenannten Behandlungspflege. Voraussetzung ist in der Regel eine ärztliche Verordnung. Außerdem dürfen Infusionen ausschließlich von entsprechend qualifizierten Pflegefachkräften durchgeführt werden.

Wer darf Infusionen verabreichen?

Die Infusionen verabreichen darf, lässt sich nicht pauschal beantworten, da hierfür verschiedene Faktoren berücksichtigt werden müssen. Grundsätzlich dürfen Infusionen unter anderem von folgenden Personen durchgeführt werden:

 

  • Ärztinnen und Ärzte
  • entsprechend qualifizierte Pflegefachkräfte im Rahmen einer ärztlichen Delegation
  • medizinisches Fachpersonal mit entsprechender Qualifikation und Befugnis

Entscheidend ist dabei immer, dass die jeweilige Person über die erforderliche Ausbildung und praktische Erfahrung verfügt. Außerdem muss eine ärztliche Anordnung vorliegen, sofern es sich um eine delegierbare medizinische Maßnahme handelt.

Darf ein Pflegedienst Infusionen anlegen?

Viele Angehörige fragen sich auch, ob ein Pflegedienst Infusionen anlegen darf. Hier ist zwischen dem Legen eines venösen Zugangs und dem Anschließen beziehungsweise Überwachen einer Infusion zu unterscheiden.

Das Anlegen eines peripheren venösen Zugangs ist nicht automatisch Bestandteil der ambulanten Pflege und hängt unter anderem von den rechtlichen Vorgaben, der Qualifikation der Pflegefachkraft sowie den internen Regelungen des jeweiligen Pflegedienstes ab. Häufig wird der venöse Zugang zunächst ärztlich gelegt. Anschließend können qualifizierte Pflegefachkräfte – sofern angeordnet  – die Infusion anschließen, überwachen und nach Abschluss wieder abnehmen. Welche Leistungen im Einzelfall nötig sind, sollte  immer mit dem behandelnden Arzt und dem zuständigen Pflegedienst abgestimmt werden.

Welche Infusionen können im häuslichen Umfeld verabreicht werden?

Unter bestimmten Voraussetzungen können verschiedene Infusionstherapien auch zuhause durchgeführt werden. Dazu gehören unter anderem:

 

  1. Flüssigkeitsinfusionen
  2. Antibiotikainfusionen
  3. Schmerztherapien
  4. Ernährung über Infusionen
  5. weitere ärztlich verordnete Infusionstherapien

Ob eine ambulante Durchführung möglich ist, entscheidet der behandelnde Arzt anhand der medizinischen Situation.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Damit eine Infusion im häuslichen Umfeld sicher durchgeführt werden kann, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein.

Dazu gehören unter anderem:

 

  • eine ärztliche Verordnung,
  • medizinische Notwendigkeit,
  • entsprechend qualifiziertes Pflegepersonal,
  • geeignete hygienische Bedingungen,
  • regelmäßige Kontrolle während der Infusion.

Diese Maßnahmen dienen dazu, Komplikationen frühzeitig zu erkennen und eine sichere Versorgung zu gewährleisten.

Wer übernimmt die Kosten?

Ist die Infusion medizinisch notwendig und ärztlich verordnet, handelt es sich in der Regel um eine Leistung der häuslichen Krankenpflege nach § 37 SGB V. In vielen Fällen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse diese Kosten, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind und die Verordnung genehmigt wurde. Ob eine Kostenübernahme erfolgt und ob gegebenenfalls gesetzliche Zuzahlungen anfallen, hängt vom jeweiligen Einzelfall und den Vorgaben der jeweiligen Krankenkasse ab.

Welche Vorteile bietet die Versorgung durch einen Pflegedienst?

Die Durchführung einer Infusion durch qualifizierte Pflegefachkräfte bietet zahlreiche Vorteile. Betroffene können notwendige Therapien häufig in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung erhalten, ohne für jede Behandlung eine Arztpraxis oder Klinik aufsuchen zu müssen. Gleichzeitig sorgen geschulte Pflegekräfte für die fachgerechte Durchführung der Infusion, beobachten mögliche Nebenwirkungen und dokumentieren den Therapieverlauf sorgfältig. Das erhöht die Sicherheit und entlastet Angehörige im Alltag.

Fazit: Infusionen dürfen unter bestimmten Voraussetzungen auch zuhause erfolgen

Die Frage „Darf ein Pflegedienst Infusionen geben?“ lässt sich grundsätzlich mit Ja beantworten, sofern eine ärztliche Verordnung vorliegt und die Behandlung von entsprechend qualifizierten Pflegefachkräften durchgeführt wird. Wer Infusionen verabreichen darf, hängt dabei von der jeweiligen Qualifikation und den rechtlichen Vorgaben ab. Auch beim Thema Infusionen anlegen gelten besondere Voraussetzungen, weshalb die Durchführung immer individuell geprüft werden muss. Haben Sie Fragen zur Behandlungspflege oder möchten sich über die Möglichkeiten einer Infusionstherapie im häuslichen Umfeld informieren? Nehmen Sie jetzt unkompliziert Kontakt mit uns auf!